»Jedes Wort, das wir sagen oder denken, wirkt sich auf unsere Wahrnehmung und demzufolge auf unsere spätere Erfahrungen aus.«
💆🏻 Die INNEre EINstellung
1. Was kann ich tun, damit ich mich nicht immer maßlos ärgere?
Jedes Wort, das wir sagen oder denken, wirkt sich auf unsere Wahrnehmung und demzufolge auf unsere spätere Erfahrungen aus.
Angenommen, Du erlebst akuten Zorn, weil ein Mitmensch die Unverfrorenheit besaß, etwas zu tun, was Du »unmöglich« finden. Nun sagst Du etwas über die Situation, zum Beispiel zu einem Freund oder aber zu dir selbst. Faszinierend ist übrigens, dass diese Art von Denken im Arabischen als »mit der Seele sprechen« ausgedrückt wird. Aber zurück zu Deiner Frust-Situation. Was wirst Du anderen (oder Deiner Seele) jetzt erzählen? Sagst/denkst Du: »Ich bin stock-sauer!« oder: »Ich hasse es, wenn jemand das tut!« oder: »Ich könnte ihn (sie) erwürgen!« ? Wie lautet Deine bevorzugte Redewendung bei akutem Ärger?
Wie glaubst Du, wirst Du eine vergleichbare Situation in der Zukunft erleben, wenn Du anderen und/oder Deiner Seele regelmäßig erklären, wie furchtbar Du leidest? Und was wisst Du sagen/denken, wenn es wirklich einmal um eine Frage des Überlebens gehen sollte, wenn Du bei Alltagsärger derartig schweres verbales Geschütz auffährst?! Überlege was passieren würde, wenn Du die Formulierung verändern würdest. Wie würdest Du dich fühlen, wenn Du sagen würdest: »Die Situation fasziniert mich«? Meinst Du nicht auch, dass Du eher in Richtung einer intelligenten Lösung (statt Problem) denken, wenn es Dir gelingt, Neugierde und Interesse zu wecken, wenn Du also auf kreative Denkprozesse umschaltest?
Das Gleiche gilt, wenn wir der Umwelt unsere Gefühle mitteilen. Wie empfindet wohl der Auslöser unseres Zorns, wenn wir ihn mit unserer Unfähigkeit, auf ihn einzugehen, konfrontieren? Und wie, glaubst Du, würde er es finden, wenn wir in der Lage wären, Interesse auszudrücken, um mit ihm gemeinsam eine (neue) Lösung anzustreben?
Übe ab heute, massive Ärger-Worte durch Begriffe auszutauschen, die Interesse ausdrücken.* Was zunächst ein Wortspiel zu sein scheint, wird schon bald Dein Empfinden steuern. So, wie Du dich früher selbst »in Rage« geredet hast, kannst Du dich in eine verständnisvolle, kreative innere Haltung hineinreden. Sage in Zukunft in solchen Situationen zu anderen (oder zu Deiner Seele) neue, ebenso mächtige Worte wie zum Beispiel »Das ist ja faszinierend!« oder »Das empfinde ich als Herausforderung!«.
Falls Du es (noch) nicht glaubst: Überzeuge Dich selbst: Teste drei Wochen lang. Sage Deiner Seele, das Sie danach zu Ihrem alten Vokabular zurückkehren dürfen, wenn Du das dann noch willst. Das ist doch fair, oder?
Weitere Gedanken zu dieser Thematik findest du unter »Erwartungen« (28./Seite 60), »Feind« (31./Seite 66), »Relativierungen« (81./Seite 146) und »Wut« (107./Seite 189).
*(nach Anthony ROBBINS, vergleiche Literaturverzeichnis)
4. Ein Anti-Äger-Gedanke
Weißt Du, was passiert, wenn wir uns über jemanden ärgern? Wir lehnen ihn ab! Wir meinen, besser zu sein als er, pünktlicher, ehrlicher, zuverlässiger, moralischer … Diese innere Einstellung der Ablehnung vergiftet in erster Linie uns selbst, weil wir in diesem Moment zu viele Stresshormone produzieren. Außerdem neigen wir dazu, dieses Gift in unsere Umwelt zu »verklappen«.
Das heißt konkret: Wir drücken unseren Ärger irgendwie aus – ziehen uns zurück wie eine beleidigte Leberwurst oder greifen aktiv an, indem wir meckern, schimpfen oder schlimmeres tun. Und Warum? Weil wir einen Mitmenschen ablehnen.
[Erinnerung an den Kurzvortrag „Hören Sie sofort auf damit„, in dem in wenigen Minuten (12) „einfach“ & „on Point“ das WIRkungsPRINZip dieser Ablehnung und den damit verbundenen, unter dem Bewusstsein liegenden, eigenen Wertvorstellungen aufgezeigt wird. Darüber darf man sich not-wendiger weise, stetig bewusster geworden sein; auch bevor es (w)heiter geht … im Gewahr-Sein]
20. Wie beruhige ich einen Choleriker?
Gar nicht! Das Problem des Cholerikers ist der Jähzorn. Wie das Wort schon sagt, ist das ein Zorn, der jäh (unvermittelt, plötzlich, unvorbereitet) aus dem Menschen herausbricht. Es gibt verschiedene Theorien darüber, wieso es dazu kommt, wobei alle davon ausgehen, dass es sich um Schmerzen oder Ängste handelt, die im Unterbewussten stecken. Diese werden durch gewisse Umweltreize ausgelöst, also aus dem unterbewussten Heraus ins Bewusstsein Transportiert.
Da der Betroffene den Prozess selber nicht versteht, glaubt er, es müsse mit dem Geschehen im Hier und Jetzt zu tun haben. Er wird behaupten, unser Anliegen, unser Handeln oder unsere Bemerkung sein absolut unmöglich, um den für ihn selbst unerklärlichen Ärger auszuleben. Solange ein Choleriker nicht wirklich bereit ist, an seinem Jähzorn zu arbeiten, können andere Menschen diesen Prozess leider nicht verhindern. Das Einzige, was Du tun kannst, ist, durch Dein Verständnis für die Situation (und seine Hilflosigkeit) nicht mehr so zu leiden, wenn der Choleriker Dich wieder einmal als Zielscheibe für seine Ausbrüche benutz.
Salopp ausgedrückt: Choleriker sind eigentlich keine »fiesen Schweine«, sondern »arme Schweine«.
28. Warum passieren mir immer so unangenehme Dinge?
Ein besonders wichtiger Faktor, der jede Kommunikation beeinflusst, ist unser Selbstwertgefühl. Dieses hängt von unseren Erwartungen (aus der Vergangenheit) ab, und diese wiederum bestimmen, wie wir die Gegenwart wahrnehmen. Buddha drückte es so aus:
»Du bist heute, was du gestern gedacht hast.« Oder auf die Zukumft gerichtet neu formuliert: »Du wirst morgen sein, was du ab heute gedacht haben wirst.« Die moderne Wissenschaft spricht von der »selbsterfüllenden Prophezeiung« (S.E.P.).
Wer glaubt, die meisten Menschen würden ihn ablehnen, wird zwangsläufig viele »schwierige« Gespräche erleben »müssen«. Oder wer vorher schon »weiß«, dass er etwas bestimmt nicht schaffen wird (zum Beispiel eine Fremdsprache zu lernen), der bewist sich (unterbewusst) lieber die Richtigkeit seiner be-grenz-ten Erwartungshaltung, als frei zu handeln, um zu sehen, was (dieses Mal) tatsächlich geschieht. Das drückt ein Satz der berühmten Möwe Jonathan aus:
«Glaube an Grenzen, und sie gehören dir!«
Abe Du kannst gegensteuern: Lerne Deine Grenzen systematisch zu erweitern! Wagen Sie zuerst kleine Schritte (zum Beispiel die erste Lektion eines Sprachkurses zu beältigen) und schaffen Sie neue Erwartungshaltungen.
So kannst Du Deine S.E.P.s »austricksen«: Wenn Deine Erwartungshaltung sich auf eine (ganze) Fremdsprache bezieht, Sie jedoch nur eine Lektion lernen, dann umgehst Du die alte Prophezeiung, indem Du eine neue schaffst. Oder wenn Du blaubst, die meisten Menschen fänden Dich »nicht sehr interessant«, dann lerne andere Menschen interessant zu finden, und Du wirst sehen, wie viele gute Kontakte Du plätzlich erlebst. Bitte lasse dich von der scheinbaren »Banalität« des Gedankens nciht daran hindern, den Versuch zu machen! So vervollkommnest Du zum einen geziehlt einzelne Fertigkeiten, während Du gleichzeitig Dein Selbstwertgefühl laufend versbesserst, was alles wesentlich erleichtert! Was wären zum Beispiel Fertigkeiten, von denen Du bisher gern behauptet (oder gedacht) hast: »Das kann ich nicht!« (beziehungsweise »Das schaffe ich nie!«)? Welche davon würdest Du gern meistern, wenn die S.E.P. Dich nicht daran hindern würde? Angenommen, Du möchtest frei reden können? Wie lautet die Beschreibugn eines möglichen ersten Schrittes in diesem Fall? (Zum Beispiel eine kurze Aussage im Meetin morgen präzise auf den Punkt bringen.) Welche weiteren Schritte könnten diesem ersten folgen?
Nun die letzten beiden Fragen:
1. Wirst Du konkret was unternehmen?
2. Wann wirst Du anfangen?
Weitere Gedanken zu dieser Thematik findest Du unter »Ärger« (1./Seite 15), »Feind« (31./Seite 66), »Relativierien« (81./Seite 146) und »Wut« (107./Seite 189).
31. Wie gehe ich mit »Gegenern« um, ohne dass mich feindselige Gefühle blockeren?
Es gibt eine alte esotereische Weisheit: »Jeder Mensch, der Dir begegnet, ist entweder Dein Freund oder Dein Lehrer (im Sinne von Coach).« Mit »Freund« beschreibt diese Weisheit Menschen, die mit uns einig sind, mit denen wir also leicht kommunizieren können, weil sie uns keine Probleme bereiten. Andere Menschen empfinden wir möglicherweise (oft unterbewusst) Gegner oder »Freinde«. Und gerade diese sollten wir als »Lehrer« (Coach) sehen.
Was bedeutet das in der täglichen Praxis? Angenommen, es föllt Dir auf, dass Du zu oft verärgert teagiertst, dann ist jede Situation, in der Dich jemand »reizt«, eine hervorragende Trainingsmöglichkeit. Betrachte ab heute jeden »Feind« als Deinen Trainingspartner, der Dir hilft, Deine guten Vorsätze zu üben und zu verwirklichen.
Weitere Gedanken zu dieser Thematik findest Du unter »Ärger« (1./Seite 15), »Erwartungen« (28./Seite 60), »Relativierien« (81./Seite 146) und »Wut« (107./Seite 189).
33. Gibt es dumme Fragen?
Nein, nur dumme Antworten. Überlege bitte: Wenn ein Mensch es wagt enzugestehen, dass er etwas nicht weiß, dann ist er auf alle Fälle intelligenter als derjenige, der ihm vorwirft, eine dumme Frage gestellt zu haben. Außerdem könntest Du einmal mit dem Wort »dumm« spielen: Ordne jedem Buchstaben ein Wort zu: also »D« wie »denken«, »U« wie »Unklarheiten beseitigen wollen«, »M« wie »Meinung bilden wollen«, das zweite »M« wie »miteinander Probleme lösen wollen«. So gesehen gibt es schon »d.u.m.m.e.« Fragen …
76. Wie finde ich Lösungen für ein Problem?
Manchmal bringt Nachdenken einfach nicht weiter. Eine Idee Muss reifen, wie ein Baby von der Zeugung bis zur Geburt heranreift. Kreativitätsforscher sprechen von »Gestation«, das heißt: eine bewusste Pause von diesem Problem machen.
Was passiert in dieser Pause? Nachdem uns das bewusste Denken nicht weitergebracht hat, kann jetzt unser Unbewusstes arbeiten, denn dort liegt die Lösung.
Man hat ausgerechnet, dass das Bewusstsein einer »Strecke« von fünf Millimetern entspricht und das Unbewusste einer »Strecke« von elf Kilometern. Den »ersten halben Kilometer« unbewusstes erwischen wir noch relativ gut. Aber wir brauchen eine Technik, damit unsere Intuition bis zur Oberfläche driften kann. Das geht nur, wenn wir völlig entspannt sind.
Wissen Sie, wie der Mathematiker und Physiker ARCHIMEDES (280-212 v. Chr.) das Prinzip der »schwimmenden Körper« fand? (»Jeder ins Wasser getauchte Körper erhält von diesem einen Auftrieb, der dem Gewicht der verdrängten Wassermenge entspricht.«) In der Badewanne! Als er ins Wasser stieg, lief die Badewanne über. Plötzlich wurde ihm klar, dass sein Körper Wasser verdrängt, abhängig von seinem spezifischen Gewicht. Er soll nackt aus der Wanne gesprungen und auf die Straße gelaufen sein, das berühmte »Heureka!« (»Ich hab´s gefunden!«) rufend.
Das Unbewusste beschäftigt sich also auch während einer Pause mit Ihrem Problem. Diesen Effekt kann jeder produzieren lernen, wenn er sich darin übt. Dazu hat der berühmte Künstler Salvadore Dali eine phänomenale Technik erfunden:
Lagen Sie sich auf Ihr Bett. Neben sich stellen Sie eine große Messingschale. In die Hand nehmen Sie einen Löffel. Den halten Sie an der Bettkante oberhalb der Messingschale fest. Legen Sie vorher Diktiergerät oder Block und Bleistift bereit. Sie können gern eine ruhige Musik hören. Und jetzt schließen Sie die Augen. Driften Sie einfach. Versuchen Sie, in den Zustand zu gelangen, den Sie kurz vor dem Einschlafen erreichen. Denken Sie an irgendetwas Schönes, an Ihre Urlaubsreise etwa, dann nimmt Ihr Geist Abstand von dem Problem, das Sie lösen wollen.
Wenn der Punkt kommt, an dem Sie fast einschlafen, lässt die Muskelspannung nach und der Löffel fällt mit großem Geschepper in die Messingschale. Sie sind hellwach. Jetzt Diktiergerät oder Bleistift und Papier nehmen und sofort zehn Minuten nonstop diktieren oder notieren, was Ihnen einfällt, auch wenn Ihnen nichts einzufallen scheint. So haben die Gedanken eine Chance, zur Oberfläche aufzutauchen. Sie werden staunen, was dabei alles herauskommt.
Wenn Sie jetzt allerdings im Büro sitzen und ein Problem lösen sollen und sich nicht hinlegen können, sollten Sie folgende Technik einsetzten: Schreiben Sie einen Dialog (wie im Theater). Oder sprechen Sie ihn und zeichnen ihn dabei auf. Sprechen Sie mit Ihrem unbewusstem. Angenommen, Sie wollen ein Problem für einen Kunden lösen. Dann stellen Sie sich die Situation bildhaft vor. »Sagen« Sie zum Beispiel:
»Lieber Kunde, wir haben uns die Kampagne so und so vorgestellt.« Dann lassen Sie Ihren Kunden etwas »sagen«. Dann »sagen« Sie wieder etwas. Dabei kommen die Knackpunkte am besten heraus.
Wenn es nicht um eine Person, sondern um eine Sache geht, an der Sie herumknobeln: »Reden« Sie mit Ihrem Kugelschreiber oder Ihrem Computer. Das Papier »sagt« beispielsweise: »Was wirst du heute auf mich schreiben?« (Das ist übrigens eine Kreativitätsübung für Schriftsteller.) Jetzt »sagen« Sie: »Ich habe da ein Problem, das ich lösen will …« Wichtig ist, dass Sie die normalen Denkbahnen verlassen, so finden Sie ganz leicht eine neue Sichtweise. Sie blicken quasi hinter die »Wand«, welche Sie zuvor blockiert hat. Allerdings funktioniert diese Methode nur unter einer Voraussetzung: Man muss es tun!
77. Warum stört es mich, wenn mir Kollegen im Büro zu sehr auf die Pelle rücken?
Beobachten Sie einige Tage lang ganz bewusst, wie Menschen mit dem Raum, der sie umgibt, umgehen. Wir lasen nämlich nicht jeden Menschen gleich nahe an uns heran und ärgern uns über Leute, die unsere „Raumzone“ nicht respektieren, denn hier gelten ungeschriebene Gesetzte.
Um über die Distanz, die uns von anderen trennt, sprechen zu können, teilt man den Raum, der uns umgibt, in vier Zonen:
- Die Intimzone: Die Engländer nennen sie auch „bubble“ („Blase“): Diese „Blase“ umgibt uns wie eine zweite Haut. In ihr fühlen wir uns sicher. Personen, die unsere Intimzone nicht betreten dürfen, halten wir uns zirka eine halbe Armlänge „vom Leibe“. Die Bedingung, unter der wir jemanden freiwillig in unsere Intimzone eintreten lassen, ist Vertrauen. Was aber nicht bedeutet, dass wir jemanden, dem wir vertrauen, immer in unsere Intimzone hineinlassen. Das Schlüsselwort ist „freiwillig“. Wer die Intimzone eines anderen missachtet, missachtet gleichzeitig die Person. Je mehr es uns stört, wenn jemand unsere Intimzone ungebenen betritt, desto mehr Kampfhormone produzieren wir. Wir „schalten“ innerlich auf Abwehr um: Wir lehnen uns zurück beziehungsweise treten einen Schritt zurück (Flucht) oder treten dem anderen entgegen und behaupten uns (Kampf).
- Die persöhnliche Zone: Hier lassen wir freiwillig all jene Personen hinein, mit denen wir nicht so intim sind, dass sie unsere Intimzone betreten dürfen, die uns aber auch nicht so fremd sind, dass si in unserer nächstweiteren Zone verbleiben müssten, also gute Freunde, Familienmitglieder, Kollegen, mit denen uns win herzliches Verhältnis verbindet, sowie all jene Mitmenschen, mit denen wir gut und gerne kommunizieren.
- Die soziale Zone: Sie ist für soziale Kontakte oberflächlicher Art reserviert, zum Beispiel für Bekannte, manche Kollegen, die meisten Chefs.
- Die öffentliche Zone: Damit ist der Abstand gemein, den zum Beispiel ein Lehrer (Redner) von seiner Klasse (Publikum) hält. Um noch einmal auf Ihre Frage zurückzukommen: Es wird Sie immer stören, wenn Kollegen, die sich in Ihrer sozialen Zone aufhalten mussten, unbewusst in Ihre persähnliche Zone eindringen oder wenn Kollegen, denen Sie die persöhnlih Zone erlauben würden, in Ihre Intimzone eindringen (zum Beispiel beiläufige Berührungen!).
