Dr. med. Michael Nehls

🪫 Das erschöpfte Gehirn

Starkes Gehirn, starke Entscheidungen.
Jeder kennt das Gefühl: Im Laufe eines Tages fühlen wir uns zunehmend geistig erschöpft und energielos. Doch woran liegt das? Dr. med. Michael Nehls begibt sich auf die Suche nach unserem mentalen Akku – und er wird fündig. So kann er erstmals zeigen, woraus unsere mentale Energie besteht und wo sie gespeichert ist. Und er macht noch eine weitere, beunruhigende Entdeckung: Seit Jahren schrumpft die Kapazität des mentalen Akkus bei den meisten Menschen. Die Folgen sind fatal, denn wenn die geistige Energie für Reflexion und durchdachte Entscheidungen schwindet, dominieren einfache Denkmuster, stereotypes Handeln und angstgeleitetes Verhalten.

Dr. Nehls erklärt, was der chronische Kapazitätsverlust des mentalen Akkus für uns, unsere Gesellschaft und zukünftige Generationen bedeutet und wie wir dieser katastrophalen Entwicklung entgegenwirken können.

Einleitungsauszug // Alles Leben ist Problemlösen, so der Titel eines Buches des österreichisch-britischen Philosophen Sir Karl R. Popper (1902–1994). Das klingt einleuchtend, denn schließlich geht unserem Tun wie auch unserem Nichtstun stets eine Entscheidung voraus – sprich die Antwort, ob bewusst oder unbewusst, auf die Frage, was man als Nächstes unternehmen wird. Nichts, was wir tun, geschieht rein zufällig. Das gilt auch für die von uns verursachte Klimaerwärmung, die Verseuchung der Weltmeere, die Schadstoffbelastung unserer Atemluft oder das immer rascher voranschreitende Artensterben, dem ein Großteil der Menschheit über kurz oder lang selbst zum Opfer fallen wird. Unser Untergang wäre somit ebenfalls eine Konsequenz aus menschlichen Entscheidungen.
»Alles Leben ist Problemschaffen«, wäre daher ein Alternativtitel für Poppers Buch gewesen. Doch wieso verhalten wir uns derart wider die menschliche Natur? Schließlich sollten wir alle doch das existenzielle Ziel verfolgen, unseren Nachkommen den Weg in eine gesunde Zukunft zu bahnen, anstatt ihre Lebensgrundlage zu zerstören. Oft wird behauptet, diese katastrophalen Entwicklungen seien Folge des Werks geldgieriger Wirtschaftslenker und korrupter Politiker – ganz so, als würden diese der Menschheit ihren selbstzerstörerischen Lebensstil aufzwingen. Auch wird gerne das kapitalistische System als Ursache angegeben – ganz so, als wären andere Wirtschaftssysteme tatsächliche Alternativen. Aber im Grunde genommen dienen solche Erklärungen nur dazu, uns der persönlichen Verantwortung zu entledigen. Denn schließlich sind es wir, also die große Mehrheit der »normalen« Menschen, die entscheiden, was wir kaufen, was wir essen oder wen wir wählen und wem wir politische Macht über uns verleihen.

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