KOMMUNIKATION
ist die Bedeutungsvermittlung
zwischen Lebewesen

Gerhard Maletzke

Gerhard Maletzke (* 6. Januar 1922 in Neustettin/Pommern; † 6. Dezember 2010) war ein deutscher Kommunikationswissenschaftler und Psychologe. Er ist Autor mehrerer Bücher über die Probleme der Massenkommunikation. Besonders große Rezeption erfuhr und erfährt seine Publikation Psychologie der Massenkommunikation (1963). Von Maletzke erschienen in jüngerer Zeit auch Publikationen zum Thema Interkulturelle Kommunikation.

Komm°UNI’Kat.ion

Bei dieser, mir wie eine Symphonie klingende Beschreibung des Transaktions.aus.tausches von InFORMat.ion in nachschwingender Betrachtung wie erACHTung (also rück- wie vorausblickend aus der fortwährend gegenwärtigen Jetzt-Zeit), bildet sich aus [m]einem bisherigem Sammelsurium an Begegnungen- sei es jene unterschwelligen Augenblicke – im Grunde nicht so sehr wahrnehmbaren [im Automode ab-laufen.des], oder jene deutlich energiegeladeneren – sprich impulsiveren (wahrnehmbareren), selbst, sei es als Vater, Ehemann, Bruder, Sohn, Cousin, Onkel, Neffe, Freund, Kollege, Nachbar, Partner, Bekannter, Vertrauter […], stets fortführend die Frage:

Nach welchem ‚Stand der Erkenntnisse‚ betrachten und empfinden ‚WIR‘ den Wahrnehmungsumfang im Miteinander – angefangen mit der Zygote der Neugeborenen, über die Spanne der heranwachsenden Kinderzeit, und aus welcher Kollektiv-Be(tr)ACHTung hierbei interagieren wir im Allgemeinen mit ihnen aus der ‚spiegelnden Position‚ des Kultur-Gefüges der Eltern, der Lehrenden, der Nachbarn usw. …?

Wie beACHTEN und/oder beHANDELN „wir“ ‚junge Seelen‘ genauer betrachtet (sich selbst dabei empfindend) im all-Tag der Lebensfreuden, und welche bewussten Werte & Bedeutungen werden dabei überwiegend aus diesem (bedingendem) Kollektiv(-Bewusstsein) ‚vor.bildend‘ mit bei-Wert mit vermittelt?

Wie viel ‚Zeit‘ (Momente, Weile) hast Du dir genommen gegeben um die „Balance der Steine“ im Bild, versuchen nachzufühlen? Dieses Gleichgewicht zu vernehmen – dem mal gewahr zu Sein (in dem fühlbaren Moment-um‘ etwas tiefer einzutauchen)? Wie fühlt sich das für Dich an? Mir zeigt es auf, wie umfänglich und klar mein momentane Wahrnehmungsintensität gerade ist. Mal tiefer, mit einem größerem Radius an in mir vorhanden Wahrnehmbarem. Ja und dann auch mal wieder flach, weniger berührend, etwas unbedeutender erscheint mir das Bild.

Kommunikation / Interaktion: dabei gibt es auch eine globale, von, im Grunde (fast) allen gemeinsam verständliche „Sprache bzw. Kommunikationsebene“ 😉 die der „stillen Sprache„; nonverbal und unterbewusst „schwingt“ ein eigener Kosmos mit, immer ein ganz einzigartiger. [näheres auf Seite 4]

Komm°UNI’Kat.ion lat. communicare :
teilen, mitteilen, teilnehmen lassen, gemeinsam machen, vereinigen

DANKE

Danke Marc. Danke für Deine Aufrichtigkeit zur rechten Zeit, auch wenn ich dies umfänglicher erst mit etwas mehr Überblick – dann rückblickend aus der Zukunft wiederum umfänglicher verstehen werde. Sei Du dir jedoch schon jetzt dessen sicher und gewiss – zumindest sehe ich dies schon jetzt, denn ich weis es, was Dein „ich wünschte Dich früher besser verstanden zu haben“ betrifft. Du kannst „gerade aus weiter schreiten“ … Andere wiederum werden es weniger einfach dabei haben, diesen (m)einen Pfad der Selbstreflektion zu „verstehen“ und darüber hinaus dann unser allen gemeinsame Religion näher, in der Wertigkeit der Menschlichkeit gegenüber zu betrachten. Wie und wodurch dies letztlich einhergeht ist weniger von Bedeutung als dies, was dabei mit einem selbst einhergeht. ‚Ubuntu – ich bin weil wir sind‚.

Wie auch können wir einander sonst näher verstehen, ohne die einzigartig eigenen Wunden und Verletzungen in uns so tief (mit)tragend (erstmal selbst) offener zu begegnen, zu achten. Wie sehr die dabei unterbewussten Trigger (Ängste) sich letztlich in drei Bereiche gliedern – in den uns allen gemeinsam verbindenden Grundbedürfnissen der Existenz – den einen mehr, den anderen weniger: Gesundheit(angst), Existenz(angst) oder die jeweils subjektive Freiheit(sangst). Auch über Generationen weitergegebene, pädagogisch tiefsitzende Erfahrungen bedingen den „Wert Mensch“, welches insbesondere mit der im Industrialisierung angeeignetem Kalkül des Funktionismus fortentwickelter ward, und im Sozialsystem dem Herdentrieb „gemanaged“ sich tiefer versankerte und schwerer zu werden droht, wobei auch eine Wahrnehmungsverschiebung bzw. ein Ersatz dieser entstandenen „Kommunikations.Leere“ durch andere Werte in pyramidalem, autoritätsaristokratischem Ausmass ersetzbefriedung anbietet bzw. zeitweise nicht nur die Botenstoffe ‚ersetzt‘: mein Haus, mein Auto, mein Schatz … – die Überleitung auf Ringträger lasse Dir selbst hierbei.
Ja verführerisch ist vieles im WildWildWest-Manier der Konsumgesellschaft über dem ‚Dream of Amer.‚ hinausgewachsen, und dies ohne Rücksicht auf einige Verluste in den legitimierten ‚BAR-berischen‘ Schatzsuchen nach ‚Wert‘, woraus sich über viele weitere ‚bloße Prügel-Kunst‘ einiges als der Preis für die Auseinandersetzungen der vorangegangenen Generationen „entmenschlichte“.

Und Markus, Du seiest mir hier der zweite „direkt angesprochene“: Ich meine Du irrst dich, dass die ‚Menschen von Grunde auf dem „innewohnendem Böse“ unterliegen‚, um es mal so zu formulieren. Ich kann es Dir zwar auch wissenschaftlich absolut belegen und dennoch würde es wie einigen anderen, in diesem Ab-Schnitt (insbesondere seit der „Stunde Null„) der polar geprägten Denk- und Wert-Mustern, dadurch nicht begreiflicher werden – auch nicht wenn ich selbst die beste aller Arbeiten hierzu vollbrächte – was auch nicht nötig ist. Denn das ist nur selbst zu beg.reifen um dabei weniger ‚anderen zu Glauben‘; was (u.v.a.) auch Fundamental auf unterschiedlichen stufen der „Traumata“ bedingt ist (Wunden, Verletzungen die als ein unüberwindbares Erlebnis in das autobiographische Gedächtnis ‚geschrieben‘ sind) – um es in einem Wort „nur kurz“ zu fassen: Psychotraumatologie. Verdrängung von Wunden und Schmerz ist hierbei nur ein Schlüssel-Aspekt neben dem subjektivem Umgang damit.

Ja ‚MyDear‘, es sammelte sich mich hier einiges an, und es ist es dennoch wohl nicht das, was meine „Gabe“ ausmacht, als dass, was ich mit Dir erfuhr, und auch durch Deinen Umgang ebenso klarer zu begreifen vermochte. Wenn Du mal wirklich eine Expedition größeren Aufmaßes antretest, freunde Dich – noch viel besser als ich es mit Dir konnte, mit einem Physiker an … 😉

»Der Sinn des Lebens besteht darin,
deine Gabe zu finden.
Der Zweck des Lebens ist,

sie zu verschenken.«

Pablo Picasso (1881-1973)
FEEDBACK = RÜCKKOPPLUNG

Auszug aus „Kommunikationstraining“ – 976-3-86882-446-9:

Um die Gewähr zu haben, dass wir uns wirklich auf unseren Mitmenschen einstellen, ist es not-wendig, dass wir uns der Feedback-Technik bedienen. »Feedback« ist ein Terminus, den wir aus dem Englischen übernommen haben und der auch bei uns (besonders in der EDV und Kybernetik) Anwendung findet:

Feedback heißt Rückkoppelung

Beispiel:
Herr Y: Haben Sie den Bericht schon fertig, Frau Müller?
Frau X: Wie soll ich ihn denn fertig haben, wenn der Karsten immer noch im Grundbuchamt ist?!
Herr Y: Ich meine doch nicht den Baubericht, ich meine doch den fürs Finanzamt!
Frau X: Der ist schon lange fertig.

Hätte Frau Müller eine Rückkoppelung vorgenommen, dann wäre diese Kommunikation glatter verlaufen:

Herr Y: Haben Sie den Bericht schon fertig, Frau Müller?
Frau X: Meinen Sie den Baubericht?
Herr Y: Nein, nein, den fürs Finanzamt!
Frau X: Jawohl, der ist fertig.
Herr Y: Prima, bringen Sie ihn bitte rein!

Die Fragestellung, die sich nun ergibt, ist die: Wer ist verantwortlich für die Rückkoppelung? Antwort: Eigentlich ist der Sprecher verantwortlich; wenn er es aber nicht tut, dann sollte der andere rückkoppeln. Nennen wir den Sprecher den Sender (S), den anderen den Empfänger (E).

Eine wesentliche Grundregel in der Kommunikation lautet:
Wenn der S dem E etwas erklärt, und der E versteht ihn nicht, nur
teilweise oder falsch – so liegt die Verantwortung eigentlich beim S.


Sofern die interagierenden mehr über die UNTERbewusste Kommunikation wüssten, täten sie sich viel seltener ’nicht-wissend‘ entrüsten , um den Appetit auf nähere Einblicke etwas anzuregen, entgegen dem aufregen.

Diese Umgangsform(el) der Rückkopplung, ent.sänftigt zumal die aufwühlenden Trigger, und eröffnet einen umgänglicheren Raum des mit-ein-anders, auch über die eigenen Überzeugungen. Das ein eigens konstruktiver Umgang auch mit den subjektiven ‚Überwältigungen des Unwohlsein‘ der Persönlichkeitsentwicklungs dienlich sein kann, erfährt sich u.a. auch in der Intensität der, durch die Mandelkerne (Amygdala/Reptilienhirn) hervorgerufenen ‚Verhaltensgewohnheit‘ – Flucht, Angriff, oder Verdrängungs-Haltung“. Diese aktvitätsanregende ‚Stimulierung des Notprogrammes‘ verhält sich nicht selten um bereits Verdrängtes, welches als unüberwindbare Konfliktsituationen erlebt wurde, weiterhin im Unter(dem)bewussten [nicht zu verwechseln mit dem unbewussten – den Körperfunktionen usw.], fern zu halten, womit dies maßgeblich das Bewusstsein „Bewegt“.

Diese Art und Weise des Selbst-Umgangs ist nicht minder durch die gesellschaftskulturellen tangierenden Dynamiken von anderen mit.erlernt bzw. nachahmend ein angeeignete Umgangsform, welches die ‚kurzfristig Erfolg-Reich‘ angewohnten Vermeidungshaltung bevorzugt – Stichwort „Wunde, Verletzung“, was im griechischem Trauma heißt. Auch ein transgenerational übertragend, mitbedeutendes übertragendes ‚Gut‘.

👥 AUSTAUSCH

In welchem Umfang wurde die „Rede-Kunst“ [Rhetorik / Bedeutungsvermittlung], beispielsweise in der Aus-Bildung der Lehramtsträger oder sonstiger BeRUFsbilder, dieses verantwortenden Werkzeuges selbst „vermittelt“?

Die Rhetorik ist eine höchst praxisorientierte, dafür aber zumindest auf deutschen Universitäten, mit der Ausnahme von Tübingen, kaum vertretene Disziplin. In der Regel offeriert sie, mit minimalem theoretischem Apparat, in lebensnaher Sprache Hilfe im Bereich der Kommunikation vor allem für Politiker und Wirtschaftler. In gewissem Maß ist sie auch Teil der Ausbildung von Juristen und Pfarrern. Für Lehrende ist sie ein all-tägliches „Werkzeug“. Und wie steht es um das zu-HÖHREN?

Interessanterweise haben wir das richtige Zuhören und die unterschiedlichen Stufen des Zuhörens nirgends [offengeistiger] gelernt. [unterschiedlicher Intensität – zum Beispiel »nur mit einem Ohr« beim Kochen oder beim Beantworten einer E-Mail; oder aufmerksam, um der Freundin einen guten Ratschlag zu geben; oder empathisch, also mit dem Anspruch zu verstehen, was der andere sagt und wie er sich dabei fühlt. Und das sind nur drei mögliche Intensitäten oder Zuhörstufen, mit denen Du dem anderen zuhören kannst].

Während der Schule und Ausbildung haben uns Lehrer beigebracht, richtig zu lesen, zu schreiben und Referate zu halten (also zu sprechen). Doch richtig (aufrichtig / wahrhaftig) zuzuhören war nie Teil (m)einer (um nicht zu sagen unserer) Schul- und Ausbildung! Wir leben eindeutig in einer Kultur des Sprechens [Mono], nicht in einer des Zuhörens [Stereo].

Wie unbewusst oder wie weit bewusst ist DIR die daraus einhergehende (selbst)Haltung im Bezug mit anderen, insbesondere im Umgang mit Kindern und der einhergehenden [meist unbewussten] Werte-Vermittlungen [Erziehung] – und aus welcher ‚Projektions-Interpretation‘?

Was empFindest Du hierbei selbst im Rückspiegel unser allen Tangenten, der Menschheitsgeschichte und Erkenntnissammlungen schauend?
Jener, Deiner dir bekannten zumindest.


Wird deines Erachtens nach eher ein Subjekt- oder ein pflegender Objekt-Umgang mit den ‚künftigen Fackelträgern‘, unseren Heranwachsenden (vor-)gelebt? All die ERFAHRUNGEN die WIR machen dürfen, bilden die Grundlage unserer Interaktionskultur. Welche Bedeutung schwingt dabei aus dem „Konsens der Kulturkultivierung“ mit und welche Eigenschaften bedürfen mehr Bewusstheit [perspektivische Fokussierung], Sensibilisierung um dabei einen möglichst gesunden Nährboden, auch im Kontext der stetig zunehmenden Di-Stress-Folgen, zu bestellen?

💬 Mit.EIN.Ander

Josef Rattner beschreibt in einer Bemerkung zur ‚Kunst des Dialogs‘ aus-gezeichnet wie wenig unsere Kultur uns darauf vorbereitet hat, wirklich Mit-Ein-An-Der zu sprechen:

»Man darf sarkastisch feststellen, dass der Mensch inzwischen die Distanz bis zum Mond überwunden hat, aber immer noch daran scheitert, zu seinen Mitmenschen zu gelangen …

Was (den Menschen) aus ihrer Not heraushelfen könnte, wäre das echte Gespräch, die Verständigung mit dem Du. Aber gerade das wird in unserer Kultur sehr schlecht gelernt. Jedes Menschenkind erlebt in seinem Heranwachsen unendlich viel Aneinander-Vorbeireden, affektgeladenes Schreien, Schimpfen, Toben oder das autoritäre Dozieren von Eltern, Lehrern und anderen Respektspersonen … Da entsteht dann im Unterbewusstsein jedes einzelnen der Wunsch, sich via Sprechen und Sprache durchzusetzen zu dürfen, andere zu überrollen, durch Einschüchterung zu »überzeugen« …

Der echte Dialog wird nur von Menschen gefunden werden können, bei denen wirklich Interesse für den Mitmenschen besteht. Nur derjenige, der dem Geist der Macht und Gewalt abgesagt hat, ist zum Hören und Antworten befähigt. Vergessen wir nicht, dass das Wort Vernunft aus Vernehmen kommt. Vernünftig sind nur Menschen, die gelernt haben, die Gedanken anderer in sich aufzunehmen, ohne gleich in Angst oder Verteidigungsstellung abzugleiten.«

Josef Rattner – Der schwierige Mitmensch (S. 99/100) – Kunst des Dialogs

Was denkst, weist und nimmst DU SELBST alles über (d)EINE
„stille“ – nonverbale Sprache, die der emotionale(n) Transaktion(n)
in jeglicher ‚Kom°UNI’Kat.ion‘ wahr und worauf ist sie beim Gewahr sein (und/oder bewusster werden) im Grunde hin aus-gerichtet,

Selbst-Vernehmend?

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